Wirtschaftsminister auf Wasserstofftour in der Region Uckermark-Barnim/Oderland-Spree unterwegs – Fortführung der Veranstaltungsreihe „Wasserstofftour durch die Regionen“
Potsdam/Bernau, 19. Februar 2026. Neben dem Austausch mit regionalen Unternehmen, Netzwerken und der Verwaltung vor Ort steht heute die Besichtigung des Pilotvorhabens H2BAR im Fokus. Wirtschafts- und Energieminister Daniel Keller betont: „Es ist heute ein besonderer Meilenstein. Alle Beteiligten hatten bis hierhin schon große Aufgaben bei Umsetzung dieses komplexen Pilotvorhabens zu bewältigen. Aber heute sehen wir: Wasserstofftechnologien funktionieren und werden endlich im Alltag sichtbar.“
Die große Herausforderung bestand insbesondere darin, viele neue und innovative Technologien – von der Wasserstofferzeugung über die Logistik bis hin zur Anwendung in den Zügen und Straßenfahrzeugen – parallel an den Start zu bringen. „Ohne das unermüdliche Engagement vieler Enthusiasten in den beteiligten Unternehmen und in den brandenburgischen Ministerien – vor allem in meinem Haus – würde hier heute weiter mit Diesel gefahren. Heute haben wir einen der ersten regionalen Cluster im Bereich grüner Wasserstoffmobilität in Deutschland“, unterstreicht Keller.
„Mit aktuell acht wasserstoffbetriebenen Abfallsammelfahrzeugen im Einsatz leisten wir bereits seit 2023 einen aktiven Beitrag zur emissionsarmen Abfallwirtschaft. Umso mehr freut es uns, dass mit der Errichtung der Wasserstofftankstelle in Bernau, Albertshof nun auch die notwendige Infrastruktur in der Region weiter ausgebaut wird. Wir als Kreiswerke engagieren uns in verschiedenen Wasserstoffprojekten und sind froh somit die zukunftsweisenden Technologien im Landkreis Barnim zu etablieren“, so Christian Mehnert, Geschäftsführer der Kreiswerke Barnim GmbH.
Sebastian Achtermann, Geschäftsführer der Niederbarnimer Eisenbahn, ergänzt: „Vor über einem Jahr konnten wir die Heidekrautbahn noch klimafreundlicher machen, indem wir vom Diesel auf den Betrieb mit insgesamt sieben Wasserstoffzügen umgestellt haben. Mit unseren Partnern aus dem Projekt H2BAR ist es uns gelungen, die Attraktivität des Regionalverkehrs in der Region weiter zu steigern: moderne, leise Züge mit einer zeitgemäßen Ausstattung und als „Abgas“ statt Feinstaub und CO2 lediglich Wasserdampf. Das bringt nicht nur die Klimaziele des Landes voran, sondern auch die Gemeinden und die großartige Natur unserer Heimatregion entlang der „Wasserstoffschiene Heidekrautbahn. Der Erfolg dieses Projektes dürfte deutschlandweit Signalwirkung über Brandenburg hinaus haben.“
„Unsere Region hat sich seit Jahrzehnten konsequent den erneuerbaren Energien verschrieben. Mit dem Aufbau einer durchgängigen Wasserstoff-Wertschöpfungskette haben wir ein neues Kapitel dieser Erfolgsgeschichte aufgeschlagen. Grüner Wasserstoff verbindet Klimaschutz mit wirtschaftlicher Stärke. Besonders wichtig ist uns dabei der regionale Ansatz: Erzeugung, Transport und Nutzung greifen hier vor Ort ineinander. Damit schaffen wir Planungssicherheit für Unternehmen, fördern Innovationen, sichern zukunftsfähige Arbeitsplätze in der Region und machen uns unabhängiger von fossilen Energieimporten. Wasserstoff ist kein Zukunftsversprechen mehr – er wird hier Realität. Gemeinsam mit Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft gestalten wir aktiv die Energiewende und zeigen, wie eine klimaneutrale, resiliente und wettbewerbsfähige Energieversorgung gelingen kann“, zeigt sich der Barnimer Landrat Daniel Kurth stolz auf das Erreichte.
Die Wasserstofftouren durch die Regionen ist eine etablierte Veranstaltungsreihe, die gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus der Region organisiert wird. Dabei bereist Wirtschaftsminister Daniel Keller brandenburgische Regionen, um mit Unternehmen sowie regionalen Vertretungen aus Verwaltung, Wasserstoffnetzwerken, etc. in einen intensiven Austausch zum Thema Wasserstoff zu gehen. Die Vorstellung von Projekten in der jeweiligen Region, die Umsetzung und Weiterentwicklung Wasserstoffstrategie des Landes sowie die landesseitigen Unterstützungsangebote stehen dabei im Fokus.
Das Projekt H2BAR: Die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) hat den Zugbetrieb auf der Strecke der Heidekrautbahn (RB27) auf wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Triebzüge umgestellt. Im Zuge der Sektorenkopplung stellen die Barnimer Busgesellschaft sowie die Barnimer Dienstleistungsgesellschaft, beides Unternehmen im Eigentum des Landkreises Barnim ihre Busse bzw. Abfallsammelfahrzeuge sukzessive auf Wasserstoffbetrieb um und werden auch eine eigene Tankinfrastruktur vorhalten. Zudem wird der für dieses integrierte Sektorenkopplungsvorhaben benötigte Wasserstoff zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen und regional erzeugt werden. Bereitgestellt wird der Wasserstoff über die in Basdorf errichtete Tankstelleninfrastruktur. Um einen reibungslosen Betrieb der Fahrzeuge auf der Schiene und der Straße zu gewährleisten, werden zudem Werkstätten umgerüstet und ergänzt. Die Gesamtinvestitionen für das Vorhaben H2BAR belaufen sich auf rund 116 Millionen Euro. Über Richtlinien des Bundes wird das Vorhaben mit rund 25,3 Millionen Euro unterstützt. Hinzu kommt eine Landes-Kofinanzierung über den Zukunftsinvestitionsfond (ZIFoG) in Höhe von rund 21,4 Millionen Euro.
Eine Pressemitteilung des MWAEK (extern)
