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Wo entsteht der Windpark Mittelbarnim?

Der Windpark entsteht in Biesenthal, zwischen Biesenthal und Sophienstädt an der A11 in einem Waldgebiet.

Warum wurde dieser Standort gewählt?

Die Fläche ist im Regionalplan Uckermark-Barnim als Vorranggebiet für die Windenergienutzung ausgewiesen. Das bedeutet: Das Land Brandenburg sowie die Landkreise Uckermark und Barnim haben dort grundsätzlich die Nutzung für Windenergie vorgesehen und die Errichtung von Windenergieanlagen auf geeignete Flächen konzentriert.

Die Fläche gehört der Stadt Biesenthal. Gemeinsam mit den Kreiswerken Barnim entwickelt die Stadt das Vorhaben als kommunales Gemeinschaftsprojekt. So bleiben die Wertschöpfung und die Verantwortung möglichst in der Region.

Wurden Standorte geprüft, an denen weniger Wald betroffen wäre?

Das für die Windenergieanlagen vorgesehene Gebiet ist im Regionalplan Uckermark-Barnim als Vorranggebiet für die Windenergienutzung ausgewiesen und liegt zum überwiegenden Teil im Wald. Eine gänzliche Vermeidung von Eingriffen in den Wald ist an diesem Standort nicht möglich.

Bei der Planung wurde darauf geachtet, die Auswirkungen auf den Wald so gering wie möglich zu halten.

Warum werden dort Windanlagen errichtet?

Die Fläche ist im Regionalplan Uckermark-Barnim als Vorranggebiet für die Windenergienutzung ausgewiesen. Damit haben das Land Brandenburg sowie die Landkreise Uckermark und Barnim die Errichtung von Windenergieanlagen in diesem Gebiet gezielt gesteuert.

Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien im Landkreis Barnim wird ein Beitrag dazu geleistet, die Region unabhängiger von Energieimporten zu machen und die Energieversorgung langfristig auf erneuerbare Energien umzustellen.

Darüber hinaus stärkt das Vorhaben die regionale Wertschöpfung. Während der Errichtung und später im Betrieb können Aufträge vergeben und Arbeitsplätze in der Region gesichert werden.

Wie viele Windanlagen werden dort errichtet?

Es liegt die Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb von neun Windenergieanlagen vor.

Wann begann die Planung?

2017 haben die Kreiswerke Barnim einen Pachtvertrag mit der Stadt Biesenthal abgeschlossen. Das war der erste Schritt im Rahmen der Planung des Windparks Mittelbarnim.

Wie wurden Bürger*innen mitgenommen?

Über das Vorhaben wurde über mehrere Jahre hinweg regelmäßig und transparent informiert. Die Kreiswerke Barnim berichteten dazu wiederholt gegenüber der Stadt Biesenthal und der Stadtverordnetenversammlung.

Die Stadtverordnetenversammlung hat dem Vorhaben dabei jeweils zugestimmt.

Eine direkte Ansprache oder Beteiligung der Bürger*innen hat bisher noch nicht stattgefunden. Als Beteiligungsmöglichkeit ist jedoch ein Crowdinvestment geplant. Darüber könnten sich Bürger*innen künftig finanziell am Vorhaben beteiligen. Weitere Informationen dazu werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Wie viel Wald muss tatsächlich gerodet werden?

Für den Bau des Windparks wird in rund 12 Hektar Wald eingegriffen. Bei der Planung wurde darauf geachtet, die Windenergieanlagen und die notwendigen Wege möglichst an bereits vorhandenen Strukturen auszurichten, beispielsweise an bestehenden Waldwegen. Dadurch soll der Eingriff in den Wald so gering wie möglich gehalten werden.

Davon werden etwa 3 Hektar dauerhaft genutzt: für Fundamente, Kranstellflächen und dauerhaft ausgebaute Wege. Rund 9 Hektar werden nur während der Bauzeit benötigt. Die Baustellenflächen werden danach am gleichen Ort wieder aufgeforstet.

Wann beginnt die Rodung?

Die Holzernte startet Ende September 2026. Daran schließt eine Rodung auf Teilflächen an.

Warum müssen für die Windräder Bäume gefällt werden?

Für den Bau der Windenergieanlagen werden vorübergehend Flächen benötigt. Dazu gehören insbesondere:

  • Montageflächen, auf denen die einzelnen Bauteile zusammengesetzt werden
  • große, temporäre Kranstellflächen für die Bauphase
  • kleinere, dauerhaft benötigte Kranflächen für spätere Wartungsarbeiten

Auch die Zufahrtswege müssen für den Transport der Groß- und Schwerlastkomponenten entsprechend vorbereitet werden. Dafür sind unter anderem Maßnahmen erforderlich, die die Standsicherheit und Tragfähigkeit der Wege gewährleisten. Zudem ragen große Bauteile wie Rotorblätter beim Durchfahren von Kurven deutlich über die eigentliche Fahrbahn hinaus. Deshalb müssen in bestimmten Bereichen ausreichend breite und hindernisfreie Durchfahrten geschaffen werden.

Ein großer Teil dieser Eingriffe ist nur vorübergehend erforderlich. Nach Abschluss der Bauarbeiten werden die Baustellenflächen zurückgebaut und am gleichen Ort wieder aufgeforstet.

Dauerhaft genutzt werden nur die Flächen, die für den Betrieb und die spätere Wartung der Windenergieanlagen erforderlich sind.

Wie viel neuer Wald wird als Ausgleich gepflanzt?

Als Ausgleich für die dauerhaft genutzten Waldflächen werden rund 3,7 Hektar neuer Wald angelegt. Das entspricht ungefähr der Fläche von fünf Fußballfeldern.

Zusätzlich werden rund 6,7 Hektar bestehender Kiefernwald am Rabenluch in Biesenthal zu Mischwald umgebaut. Auch dieser Waldumbau ist Ausgleich für die Eingriffe in den Wald.

Welche weiteren Ausgleichsmaßnahmen sind vorgesehen?

Neben der Aufforstung sind weitere Maßnahmen geplant:

  • Entsiegelung des Kohlebunkers an der Telekomstraße in Biesenthal
  • Waldumbau am Rabenluch in Biesenthal (rund 6,7 Hektar) und Umwandlung von Kiefernforst in Mischwald mit positiver Wirkung auf das Moor
  • Abriss einer Ferienfreizeitanlage in der Region (bereits erfolgt)
  • Rückbau eines vermüllten Bunkers im Biesenthaler Stadtwald
  • Rückbau alter Zaunpfosten im Biesenthaler Stadtwald
  • Rückbau von Ruinen und Fundamenten am Nordufer des Dewinsee in Biesenthal
  • Umwandlung von Acker in extensiv genutztes Grünland auf rund 2,3 Hektar in Biesenthal (bereits erfolgt)
  • Erneuerung der Kirschbaumallee am Danewitzer Weg in Biesenthal mit Süßkirschen

Durch die Kombination dieser Maßnahmen werden nicht nur neue Waldflächen geschaffen. Auch bestehende Naturflächen, Biotope und Landschaftsstrukturen werden aufgewertet und langfristig gesichert.

Können durch die Ausgleichsmaßnahmen andere Waldflächen ökologisch verbessert werden?

Ja, neben der Neuanlage von Wald ist auch vorgesehen, bestehende Waldflächen in unmittelbarer Nähe ökologisch aufzuwerten. Ein Beispiel dafür ist der Waldumbau im Rabenluch im Einzugsgebiet des Kesselmoores und außerhalb des Naturschutzgebietes.

Bei der Fläche handelt es sich derzeit um einen wenig wüchsigen Wald, der überwiegend aus gleichaltrigen Kiefern besteht. Solche Kiefernreinbestände bieten im Vergleich zu strukturreichen Mischwäldern meist weniger Lebensräume und sind anfälliger gegenüber Trockenheit, Schädlingen und Stürmen.

Im Rahmen des Waldumbaus werden Kiefern entnommen und durch standortgerechte Laubbäume ergänzt. Vorgesehen ist die Pflanzung von Rotbuchen und alternativ Traubeneichen. Es sollen circa 6.000 dieser Bäume pro Hektar gepflanzt werden. Durch den Umbau wird zudem die Grundwasserneubildung im Umfeld des Moores verbessert. Das dient auch dem Morrschutz.

Die Fläche wird mit einem Wildschutzzaun versehen, damit die jungen Bäume nicht geschädigt werden. Außerdem wird der Aufwuchs bis zum fünften Standjahr regelmäßig mechanisch gepflegt. So kann sich langfristig ein stabiler, artenreicher und widerstandsfähiger Mischwald entwickeln.

Was wird für die Tiere und Pflanzen vor Ort getan?

Die Auswirkungen der Bauarbeiten auf Tiere und Pflanzen werden durch verschiedene Maßnahmen möglichst gering gehalten.

Das Vorhaben wird von einer ökologischen Baubegleitung überwacht. Fachpersonal kontrolliert dabei unter anderem, ob Schutzvorgaben eingehalten werden und ob kurzfristig weitere Maßnahmen erforderlich sind.

Fledermäuse

Vor der Holzernte werden die betroffenen Bäume auf mögliche Fledermausquartiere untersucht. Werden geeignete Quartiere entdeckt, werden sie berücksichtigt und geschützt.

Im Betrieb werden die Anlagen von April bis Oktober nchts automatisch abgeschaltet, wenn Wetter und Fledermausaktivität ein erhöhtes Kollisionsrisiko anzeigen. Die Abschaltung wird aufgezeichnet und dem landesamt für Umwelt berichtet. So wird der Schutz der Fledermäuse mit dem Betrieb der Windenergieanlagen verbunden.

Ameisen

Ameisennester, die sich im Eingriffsbereich befinden, werden von einem zertifizierten Ameisenheger fachgerecht umgesetzt. Ameisenstandorte außerhalb der betroffenen Flächen bleiben erhalten und werden geschützt.

Eulen

Für Eulen werden zwei geeignete Nisthöhlen eingerichtet. Damit entstehen zusätzliche Brutmöglichkeiten und Rückzugsorte.

Welche neuen Lebensräume für Pflanzen und Tiere entstehen?

Durch die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werden neue ökologisch hochwertigere Lebensräume geschaffen. Dazu gehören unter anderem:

  • artenreiche, lichte Mischwälder
  • strukturreiche Waldränder
  • extensiv genutzte Grünlandflächen
  • der Umbau wenig strukturierter Kiefernwälder

Diese Maßnahmen kommen nicht nur einzelnen Tierarten zugute. Sie schaffen insgesamt mehr Vielfalt und verbessern die Lebensbedingungen für Vögel, Insekten, Fledermäuse, Kleinsäuger und Pflanzen.

Was hat die Stadt bzw. haben die Bürger*innen konkret von den Windrädern?

Die Stadt Biesenthal erhält Pachteinnahmen für die Flächen. Diese zusätzlichen Einnahmen können dazu beitragen, wichtige Aufgaben vor Ort zu finanzieren und den finanziellen Handlungsspielraum der Stadt zu erweitern.

Darüber hinaus ist eine Bürgerbeteiligung vorgesehen. Bürger*innen sollen dadurch die Möglichkeit erhalten, sich an dem Projekt zu beteiligen und langfristig auch wirtschaftlich davon zu profitieren.

Damit bleibt ein Teil der Wertschöpfung in der Region: Die Windenergie wird vor Ort erzeugt, die Stadt erhält zusätzliche Einnahmen und die Bevölkerung wird in das Projekt einbezogen.